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ABA - Angewandte Verhaltensanalyse

ABA (Applied behavior analysis = angewandte Verhaltensanalyse) ist ein verhaltenstherapeutisches behavioristisches Verfahren, das in den 60er-Jahren vom Arzt O. Ivar Lovaas an der Universität von Kalifornien in Los Angeles (UCLA) für autistische Kinder entwickelt wurde.

Nach diversen Modifikationen gehört ABA heute zur wirkungsvollsten Intervention bei ASS. Ziel von ABA ist es, dem Kind das Lernen beizubringen und auf kindlichen Stärken aufzubauen. Grundsätzlich verwendet die angewandte Verhaltensanalyse Methoden des operanten Konditionierens. Damit ist vereinfacht gemeint, dass korrektes und erwünschtes Verhalten des Kindes umgehend verstärkt (belohnt) wird. Dadurch wird die oft fehlende Motivation zum Lernen bei Autisten angespornt und ist besonders am Anfang von grosser Wichtigkeit, damit ein Kind überhaupt in Kontakt zur Aussenwelt treten kann.

Die unterrichtende Person muss zu Beginn zum sog. konditionierten Verstärker für das Kind werden. Dieser Vorgang eines ersten Beziehungsaufbaus wird als Pairing bezeichnet. Der Aspekt von positiver Verstärkung und Motivation des Kindes steht bei ABA im Mittelpunkt.

Jede Lerneinheit wird in kleinste Schritte zerlegt und das Kind wird anfangs bei der Ausführung durch sog. Prompts unterstützt (errorless teaching), sodass es maximalen Erfolg haben kann und damit zum Lernen angeregt wird.

Aufbau

In der Anfangsphase ist das Programm sehr strukturiert. Anfängliche Lernziele beinhalten oft Imitationen, Verhaltenskontrolle, Sprachaufbau, sowie Kognitive Fähigkeiten und Selbsthilfe. Die eigens auf das jeweilige Kind abgestimmten Übungen finden zunächst an einem Tisch in einem separaten Raum statt. Die Übungen werden in Serien ausgeführt, je nach Aufgabe und Konzentration des Kindes sind dies 3 bis 40 Serien (Trials). Diese grundlegende Lernreihe hat für das Kind stets einen klaren Anfang und ein klares Ende (sog. "discrete trial" = getrennter Versuch) und besteht aus folgenden Komponenten: 

ABA Therapiestart

  • Erstellen eines individuellen Förderprogramms
  • Unterstützung bei Rekrutierung von Co-Therapeuten
  • Startup Workshop zur Schulung der Familie und des Teams
  • Praxis-Coachings & Workshops während der laufenden Therapie zur Programmanpassung, Fortschrittskontrolle und Sicherstellen der korrekten Ausführung der Therapie
  • Regelmässiger Email- und Telefonkontakt, sowie Möglichkeit von Videoanalysen oder Skype-Übertragungen
  • 1. Stimulus-Präsentation (Anweisung, Frage, Objekt) mit evt. Prompt
  • 2. Reaktion des Kindes
  • 3. Verstärkung oder Korrektur

Nach mehreren Trials folgt jeweils eine Minipause für das Kind, während der es den Tisch verlassen darf.

Zusätzlich zum Lernprogramm wird das natürliche Lernen im Alltag gefördert. Auch strukturiertes Spielen, Ortswechsel (Spielplatz, Garten, Park) und Play-Dates mit anderen Kindern werden eingebaut. So wird die Generalisierung (Übertragung auf Alltag, neue Situationen) trainiert, zudem ist ein Umgebungswechsel wichtig für die Aufrechterhaltung der Aufmerksamkeit.

Mit der Zeit werden die strukturierten Sessions dynamischer und erfordern vom Kind zunehmend mehr Flexibilität.

Intensivtherapie oder ABA light

Immer wieder erhalte ich Anfragen von Eltern, die eigentlich an ABA interessiert sind, jedoch durch die allgemein empfohlenen 30 - 40 Stunden pro Woche verunsichert worden sind.

ABA ist ein sehr intensives Training, um dem Kind möglichst viele Stunden das Lernen zu ermöglichen. Um ungefähr auf die entsprechende Anzahl „beiläufiger“ Lernstunden eines NT (neurotypischen= normalentwickelten)-Kindes zu kommen, ist es sinnvoll, eine höchst intensive Therapie mit 30 Wochenstunden und mehr durchzuführen. Auf den ersten Blick mag dies eine erschreckend hohe Stundenanzahl sein, doch erfahrungsgemäss können sich autistische Kinder alleine ohnehin nicht beschäftigen und sind deshalb auf permanente Anleitung und Führung angewiesen. Ansonsten würde sich das Kind vermehrt in seine autistische Welt zurückziehen, sich komplett seinen Selbststimulationen (sog. Stereotypien) hingeben und die Abkapselung nähme progredient zu. Dadurch würde sich eine Kontaktaufnahme zum Kind je länger je schwieriger gestalten.

Es gibt jedoch Gründe, die eine derartige Intensität verunmöglichen. Die häufigsten:

  • Finanziell: Die finanzielle Belastung bei einem Intensivtraining ist für die Familie nicht tragbar.
  • Organisatorisch: Das Kind besucht bereits einen Kindergarten und es stehen zu wenige Stunden zur Verfügung.
  • Persönlich: Eltern möchten ihrem Kleinkind kein derart intensives Programm zumuten.

Um auch denjenigen Familien, welche keine Intensivtherapie wünschen, trotzdem eine Therapieoption anbieten zu können,  offeriere ich auch sog. "ABA light", bei dem das Kind zwischen 12 und 20 Stunden wöchentlich Therapie erhält. Bei gut abgestimmter Programm-Auswahl und begleitender Elternberatung lassen sich auch mit weniger Stunden dennoch gute Fortschritte bei den Kindern erzielen.

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