Entstehung meines Grundgedankens

Der von mir entwickelte Förder-Ansatz für autistische Kinder soll im Buch auf schriftlichem Weg ermöglichen, anderen Eltern und Interessierten meine Gedanken, Ideen, sowie die Umsetzung der Methode näherzubringen. Mein Ziel ist es, betroffenenen Familien Mut zu machen und Zuversicht zu geben, dass jedes autistische Kind gefördert werden kann, wodurch es die Hürden des Alltags besser meistern kann, und zusammen mit seiner Familie ein ausgeglicheneres Leben führen wird.
Die eigenen Erfahrungen als betroffene Familie eines autistischen Sohnes, gepaart mit jahrelanger Beschäftigung und Weiterbildung im psychologisch-pädagogischen Bereich, sowie Zusatzausbildungen neben meinem Erstberuf medizinische Praxisassistentin, haben mir den Anstoss gegeben, eine befriedigerendere und ganzheitlichere Behandlungsmöglichkeit für unseren Sohn zu definieren.

Eine "Therapie" oder passender eine "zugeschnittene Förderung" eines Autisten kann nur stattfinden, wenn auch die Angehörigen mitlernen, den Menschen mit Autismus anzunehmen, ihn mit all seinen Eigenschaften zu akzeptieren. Dies bedeutet, dass sich Eltern und Familienangehörige genauso auf die "Welt des Autismus" einlassen müssen, wie sich der Autist durch die Therapie in unsere Welt begibt. Nur so wird ein Nichtautist die tiefere Bedeutung der besonderen autistischen Wahrnehmung verstehen lernen und umgekehrt. Das wichtigste Ziel sollte demnach ein Zusammentreffen in der Mitte zwischen zwei unterschiedlichen Weltanschauungen sein.
Meiner Ansicht nach ist Autismus kein böses Wesen, das dem Kind mit aller Kraft und Macht ausgetrieben werden muss. Ich möchte Eltern eine solche Sichtweise vermitteln, damit sie erkennen können, dass die ASS kein Feind, sondern Freund sein kann. Dadurch lernen sie allmählich, dass ihr Kind in seiner Welt durchaus zufrieden sein kann, dass es sich in seiner autistischen Sichtweise in vielen Bereichen auch wohl fühlen kann.

In jenen Bereichen, die dem Kind in seiner eigenen Welt offensichtlich zu schaffen machen oder solche, die für das nahe Umfeld von entscheidender Wichtigkeit sind (damit meine ich nicht rein egoistische Gründe Angehöriger!), damit das Kind z.B. seinen Fähigkeiten angemessen gefördert werden kann, ohne dauernd anzuecken - dort kann durch geeignete Therapien das Kind ein Stückchen in unsere Welt geführt werden. Diese Gratwanderung zwischen Annäherung des Umfelds an die autistischen Bedürfnisse des Kindes, sowie Entgegenkommen des Kindes in die angeblich normale NT-Welt, ist hierbei das Anspruchsvollste, da es möglichst beidseitig und ohne Zwang geschehen sollte. Die NT-Eltern versuchen ihren dynamischen, sich stets verändernden Alltag, zugunsten des statischeren Blickwinkels ihres autistischen Kindes, etwas mehr zu strukturieren. Das Kind hingegen wird ermuntert, seine statisch-dominierende Betrachtungsweise ein Stück weit zu lockern, um sich der dynamischeren Welt seiner Bezugspersonen anzunähern.
Als Vergleich könnte man auch zwei unterschiedlich sprechende Leute aus zwei verschiedenen Ländern nehmen: Jede Person geht ein bisschen auf den anderen zu, jeder lernt einige Sätze in der Fremdsprache und lässt sich zusätzlich noch etwas auf die Kultur, die Gewohnheiten und die Sitten des fremden Landes ein, so sind die besten Voraussetzungen für eine baldige beidseitige Verständigung (abgeleitet von 'Verständnis') geschaffen - ob verbal oder nonverbal spielt keine Rolle.

Angestrebte Ziele von Therapien

Die multimodal ausgerichtete therapeutische Intervention sollte folgende, miteinander stark zusammenhängende und verflochtene Ziele für das autistische Kind anstreben:

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Angepasste Hilfe Aus den positiven Aspekten verschiedener Ansätze eine eigene Therapieform entwickeln.

Mein Buch Mein Buch über den selbst entwickelten, mehrdimensionalen Förder-Ansatz für autistische Kinder.