ABA
ABA (Applied behavior analysis = angewandte Verhaltensanalyse) ist ein verhaltenstherapeutisches behavioristisches Verfahren, das in den 60er-Jahren von O. Ivar Lovaas an der Universität von Kalifornien in Los Angeles (UCLA) für autistische Kinder entwickelt wurde. Nach diversen Modifikationen wird ABA derzeit als das wirkungsvollste Förderprogramm für autistische Kinder angesehen [Smith, T. (1999). Outcome of early intervention for children with autism. Clinical Psychology: Science and Practice, 6, 33-49].
Grundsätzlich verwendet die angewandte Verhaltensanalyse Methoden des operanten Konditionierens. Damit ist vereinfacht gemeint, dass korrektes und erwünschtes Verhalten des Kindes möglichst direkt verstärkt (belohnt) wird. Dadurch wird die oft fehlende Motivation zum Lernen bei Autisten angespornt und ist besonders am Anfang von grosser Wichtigkeit, damit ein Kind überhaupt eine Beziehung zur Aussenwelt aufnehmen kann. Jede Lerneinheit wird in kleinste Schritte zerlegt, sodass das Kind maximalen Erfolg haben kann und damit zum Lernen angespornt wird (es entwickelt Motivation).
Unser Programm wurde in der Anfangsphase bei unserem Sohn in zwei Teile zu je 50 % aufgeteilt:
o Formal strukturiertes Lehrprogramm (Kognition, Sprache, Selbsthilfe)
Dabei werden die Lernaufgaben in Serien ausgeführt, es sind je nach Aufgabe und Konzentration des Kindes von 3 bis zu 50 Serien pro Übung. Diese grundlegende Lernreihe hat für das Kind stets einen klaren Anfang und ein klares Ende (sog. "discrete trial" = getrennter Versuch). Das Ende ist jeweils eine Minipause für das Kind.
o Strukturiertes Spiel, nach draussen gehen (Spielplatz ect.)
Hierbei wird die Generalisierung (Übertragung auf Alltag, nähere Umgebung) geübt, zudem ist der Umgebungswechsel wichtig für die Aufrechterhaltung der Aufmerksamkeit und ist etwas Auflockerung für Kind und Therapeut. Ebenso fördert die physische Aktivität des Kindes die Motivation für den anschliessend wieder formalen Lernteil.
Ziel des ABA ist es, dem Kind das Lernen beizubringen, es möglichst effizient zu fördern und auf den vorhandenen Stärken aufzubauen.

